Zirbe duftet beruhigend, Lärche trotzt Wetter, Fichte klingt überraschend hell, wenn sie sorgfältig getrocknet ist. Jahresringe verraten Wachstum, Hanglage, Spannungen. Wer sägt, spaltet und lagert, formt später weniger Risse und erreicht stabile Verbindungen. An alten Stadeln lassen sich Fugen, Schindeln, Zapfen und Patina ablesen wie Noten auf Papier. Aus solchem Beobachten entstehen Bauteile und Instrumente, die sich nicht nur messen, sondern fühlen und hören lassen, besonders in klarer Bergluft.
Schiefer spaltet sauber, Granit verlangt Geduld, Kalk schmiegt sich weich unter die Kelle. Jeder Schlag verrät Härte und Richtung, jeder Funke spricht über Werkzeugstahl. Frost, Wasser und Sonne sind unsichtbare Mitgestalter, daher führen Erfahrene ihre Lernenden zuerst an Lesetechniken heran. Wo wurde der Block gelagert, wie klingt die Probe, wann ist eine Fuge trocken genug. So wird Mauerwerk zu Sprache, die Sicherheit, Schönheit und Beständigkeit miteinander versöhnt.
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