Ein Laib ruht wie ein Kompass am Tisch. Die Sennerin schneidet, erklärt Rinde, Lochung, Reifegrade, und wir schmecken Wiese, Wetter, Wasser. Dazu warmes Brot aus dem Holzofen, ein Löffel Kräuterbutter, und die Stunde wird zum Lehrstück über Landschaft, Arbeit, Mäßigung, Freude.
An langen Tafeln sitzen Nebeneinander plötzlich Geschichten. Eine Großmutter berichtet vom ersten Alpaufzug nach dem Krieg, der Nachbar vom verfehlten Wetterbericht. Wir teilen Salz, schieben Teller weiter, entdecken Vertrautheit im Ungeplanten und tragen diese Wärme noch lange in abendliche Wege hinaus.
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